Eröffnung: 4. April 2027, 16:00 / doors open 15:30
5. April bis 14. Mai 2027
Mo – Fr / 13:00 – 18:00
Gabriele Fulterer / Christine Scherrer
Jari Genser
Heike Kelter
Midori Mitamura
Franz Riedl

Der Rand ist die Mitte und die Wand hat ein Loch
Eine Wand trennt. Ein Fenster öffnet sie, ohne sie ganz aufzulösen. Es gibt den Blick frei und trennt zugleich in davor und dahinter. Was sehen wir tatsächlich, wenn wir hindurchsehen?
Die Ausstellung der Rand ist die Mitte und die Wand hat ein Loch bringt fünf künstlerische Positionen zusammen, die sich mit dieser Öffnung und ihren Möglichkeiten beschäftigen.
Gabriele Fulterer / Christine Scherrer, Jari Genser, Heike Kelter, Midori Mitamura und Franz Riedl nähern sich dem Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Arbeiten reichen von konkret räumlichen Interventionen bis filmischen Beobachtungen und gemalten Bildern, in denen das Fenster illusionistisch erscheint, sich auflöst oder in beinahe fotografischer Genauigkeit hervortritt. Manchmal ist der Blick nach draußen durch Regentropfen getrübt, manchmal bleibt von der Öffnung kaum mehr als eine Ahnung.
Das Fenster ist dabei weder einfach das Motiv noch bloßer Durchblick. Es verändert den Raum, in dem wir uns befinden, und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, was außerhalb unserer Reichweite liegt. Manchmal ermöglicht es auch den Blick in das eigene Innere, wenn man, wie ich manchmal, in einem gewohnten Ausblick versinkt.
Zwischen der Wand und ihrer Öffnung, zwischen dem Hier und dem Dort entsteht ein Bereich, der sich nicht eindeutig einer Seite zuordnen lässt.
Darin liegt die Verschiebung, die der Ausstellungstitel beschreibt: Der Rand ist nicht länger nur Begrenzung, sondern wird selbst zum Ort des Geschehens. Die Mitte liegt dort, wo etwas auseinandertritt und zugleich miteinander verbunden bleibt. Und die Wand hat ein Loch – durch das wir sehen, aber nicht unbedingt.
Biografien
Gabriele Fulterer / Christine Scherrer
Gabriele Fulterer (geboren in Mürzzuschlag) und Christine Scherrer (geboren in Salzburg) arbeiten seit 2007 künstlerisch zusammen. Ihre Ausbildung umfasst Bildhauerei, Installation, Konzeptuelle Kunst, Textilkunst, Germanistik und Geschichte an verschiedenen Kunstuniversitäten und Hochschulen in Wien und Salzburg. Arbeitsaufenthalte führten sie 2001, 2009 und 2017 nach Paris. 2019 erhielten sie das Staatsstipendium für Bildende Kunst. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.
Jari Genser
Jari Genser, geboren 1983 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien. Nach Studien der Psychologie in Wien und Granada sowie der Romanistik an der Universität Wien absolvierte er 2016 sein Studium der Bildenden Kunst mit Schwerpunkt Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seine Arbeiten werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem im Belvedere 21 und im Salzburger Kunstverein, in der Galerie Leuenroth in Frankfurt sowie in Paris, Berlin und Tokio. 2020 wurde er für den Faistauer Preis für Malerei und den STRABAG Artaward nominiert. 2025 erhielt er das Stipendium „Kunst und KI“ des BMKÖS.
Heike Kelter
1964 in Münster (D), geboren, lebte Heike Kelter in Südafrika, der Türkei, Kanada und Brasilien und lebt und arbeitet heute in Berlin. Ihre Arbeiten wurden seit 2006 in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter in renommierten Ausstellungshäusern und Galerien in London, Paris, New York, Wien und Berlin. Zu den jüngeren Präsentationen zählen Ausstellungen in der Kunsthalle Memmingen, im Kunsthaus Essen, in der Turps Gallery London und im Rothko Museum in Daugavpils. Ihre kontinuierliche Ausstellungstätigkeit umfasst internationale Kooperationen und Projekte.
Midori Mitamura
Midori Mitamura lebt und arbeitet in Tokyo. In ihren Installationen verbindet sie Fotografie mit Video, Text, Fundstücken und Alltagsgegenständen. Dabei verknüpft sie persönliche Erinnerungen, Spuren des Alltags und die Geschichte konkreter Orte. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und entstehen häufig im Rahmen ortsspezifischer Arbeitsprozesse und Künstlerresidenzen. Mit ihrem fortlaufenden Projekt Art & Breakfast schafft sie Begegnungsräume, in denen gemeinsames Frühstück und Kommunikation zum Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis werden. In Österreich zeigte sie ihre Arbeiten unter anderem in der Wiener Secession, der Galerie Grita Insam und im Kunstraum Innsbruck. 2017 und 2019 war sie im Rahmen von Residenzprogrammen an der Akademie der bildenden Künste Wien und im MuseumsQuartier Wien tätig.
Franz Riedl
Franz Riedl, 1976 in Bad Ischl geboren, studierte Bildhauerei in Hallstatt, Graz, Linz und an der Akademie der bildenden Künste Wien. In seiner künstlerischen Arbeit untersucht er Raum als strukturelles und wahrnehmungsbezogenes Gefüge. Mit Rauminstallationen, geometrischen Formen, Linien und Flächen entwickelt er präzise Setzungen, die räumliche Beziehungen sichtbar machen, Perspektiven verschieben und das Verhältnis zwischen Objekt, Architektur und Betrachter neu ausloten. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Wien, Salzburg und Budapest. Seit 2009 betreibt er gemeinsam mit Jochen Höller den Offspace Glockengasse No9 in Wien.
english
A wall separates. A window opens it up, without completely dissolving it. It clears the view whilst simultaneously dividing the space into what lies in front and what lies behind. What do we actually see when we look through it?
The exhibition ‚The Edge is the Centre and the Wall Has a Hole‘ brings together five artistic practices that explore this opening and its possibilities.
Gabriele Fulterer / Christine Scherrer, Jari Genser, Heike Kelter, Midori Mitamura and Franz Riedl approach the motif from different perspectives. The works range from concrete spatial interventions to cinematic observations and painted images in which the window appears illusory, dissolves or emerges with almost photographic precision. Sometimes the view out is obscured by raindrops; at other times, little more than a hint of the opening remains.
The window is neither simply the subject nor a mere vista. It transforms the space in which we find ourselves and directs our attention to what lies beyond our reach. Sometimes it also allows us to look within ourselves, when, as I sometimes do, we become lost in a familiar view.
Between the wall and its opening, between here and there, a space emerges that cannot be clearly assigned to either side.
This is the shift described by the exhibition title: the edge is no longer merely a boundary, but becomes the very site of the action. The centre lies where things diverge whilst remaining connected. And the wall has a hole – through which we see, but not necessarily.
Biographies
Gabriele Fulterer / Christine Scherrer
Gabriele Fulterer (born in Mürzzuschlag) and Christine Scherrer (born in Salzburg) have been collaborating artistically since 2007. Their training encompasses sculpture, installation, conceptual art, textile art, German studies and history at various art universities and colleges in Vienna and Salzburg. Artistic residencies took them to Paris in 2001, 2009 and 2017. In 2019, they were awarded the State Scholarship for Fine Art. Their works have been shown in numerous exhibitions both at home and abroad.
Jari Genser
Jari Genser, born in Salzburg in 1983, lives and works in Vienna. After studying psychology in Vienna and Granada, as well as Romance languages at the University of Vienna, he completed his degree in Fine Art, specialising in graphic design and printmaking, at the University of Applied Arts Vienna in 2016. His works are shown internationally in solo and group exhibitions, including at Belvedere 21 and the Salzburger Kunstverein, at Galerie Leuenroth in Frankfurt, and in Paris, Berlin and Tokyo. In 2020, he was nominated for the Faistauer Prize for Painting and the STRABAG Artaward. In 2025, he was awarded the ‘Art and AI’ scholarship by the BMKÖS.
Heike Kelter
Born in Münster, Germany, in 1964, Heike Kelter has lived in South Africa, Turkey, Canada and Brazil, and now lives and works in Berlin. Since 2006, her works have been shown in numerous solo and group exhibitions both in Germany and abroad, including at renowned exhibition venues and galleries in London, Paris, New York, Vienna and Berlin. Recent exhibitions include shows at the Kunsthalle Memmingen, the Kunsthaus Essen, the Turps Gallery in London and the Rothko Museum in Daugavpils. Her ongoing exhibition programme includes international collaborations and projects.
Midori Mitamuri
Midori Mitamura lives and works in Tokyo. In her installations, she combines photography with video, text, found objects and everyday items. In doing so, she interweaves personal memories, traces of everyday life and the history of specific places. Her works have been exhibited internationally and are often created as part of site-specific processes and artist residencies. Through her ongoing project Art & Breakfast, she creates spaces for encounter where shared breakfasts and conversation become an integral part of her artistic practice. In Austria, she has exhibited her work at venues including the Vienna Secession, Galerie Grita Insam and Kunstraum Innsbruck. In 2017 and 2019, she took part in residency programmes at the Academy of Fine Arts Vienna and the MuseumsQuartier Vienna.
Franz Riedl
Franz Riedl, born in Bad Ischl in 1976, studied sculpture in Hallstatt, Graz, Linz and at the Academy of Fine Arts in Vienna. In his artistic practice, he explores space as a structural and perceptual framework. Through spatial installations, geometric forms, lines and planes, he creates precise compositions that reveal spatial relationships, shift perspectives and re-examine the relationship between object, architecture and viewer. His works have been shown in numerous solo and group exhibitions both in Austria and abroad, including in Vienna, Salzburg and Budapest. Since 2009, he has been running the Offspace Glockengasse No9 in Vienna together with Jochen Höller.